
Instagram arbeitet weiterhin an neuen Funktionen zu den Themen Reichweite, Transparenz und KI. Derzeit stehen strengere Regeln für Original Content, neue Insights für Posts und Reels sowie Tests für AI Creator Labels, Story Editing und eigene Captions in Karussells im Fokus. Gleichzeitig entwickelt Meta neue KI-Funktionen, die die Produktsuche und das Shopping auf Instagram automatisieren könnten. Eine Rolle spielt dabei auch Muse Spark, ein neues KI-Modell von Meta, das Meta AI leistungsfähiger machen soll.
Original Content wird zur Voraussetzung für Empfehlungsreichweite
Wir haben bereits im Blogbeitrag zu Instagrams neuen Ranking-Signalen berichtet, dass Text- und Karussellbeiträge an Bedeutung gewinnen. Auch Reels mit menschlicher Stimme und Gesicht spielen eine wichtige Rolle für die Reichweite.
In unserem Blogbeitrag wollen wir euch ein Update dazu geben: Es kommt nicht nur das Format an, sondern auch auf die Originalität der Inhalte. Instagram verschärft den Umgang mit nicht originären Beiträgen und weitet entsprechende Regeln auf Fotos und Karussells aus. Accounts, die regelmäßig fremde Inhalte reposten oder vor allem Beiträge anderer Nutzer:innen erneut hochladen, sollen künftig nicht mehr für Empfehlungsflächen wie Explore oder vorgeschlagene Beiträge infrage kommen.
Entscheidend ist, ob ein Inhalt einen klar erkennbaren eigenen Beitrag enthält. Als originär gelten Inhalte, die selbst erstellt wurden oder eine eigene Perspektive einbringen. Auch fremdes Ausgangsmaterial kann weiterhin genutzt werden, wenn es deutlich weiterentwickelt wird, zum Beispiel durch Einordnung, Kontext, Humor, kreative Bearbeitung oder eine eigene Erzählweise.
Einfache Reuploads, Screenshots mit Credits, Wasserzeichen, minimale Textänderungen oder rein kosmetische Bearbeitungen reichen dagegen nicht aus. Für Social Media Teams bedeutet das: Karussells und Text Posts bleiben wichtig, sollten aber nicht als reine Recycling Formate verstanden werden. Wer über die bestehenden Follower hinaus Reichweite erzielen will, braucht Inhalte mit eigener Substanz, klarer Perspektive und erkennbarem Mehrwert.
Instagram erweitert Insights für Posts und Reels
Instagram baut die Insights für Posts und Reels in der App aus. Neu sichtbar sind vor allem zwei Kennzahlen: Skip Rate und Share Rate. Sie zeigen, wie viele Nutzer:innen bei Reels abspringen und wie häufig Inhalte geteilt werden.
Das Update gilt aktuell nur für einzelne Posts und Reels. Mit Posts sind auch Karussells gemeint. Collab Posts, Trial Reels, Crossposts und geboostete Inhalte werden derzeit noch nicht unterstützt.
Die Skip Rate zeigt, wie häufig ein Reel aktiv übersprungen wird. Dadurch lässt sich besser erkennen, ob der Einstieg funktioniert oder ob Nutzer:innen direkt weiterswipen. Wenn viele abspringen, kann das ein Hinweis darauf sein, dass die Hook, das erste Visual oder die ersten Sekunden angepasst werden sollten.
Ganz neu ist die Skip Rate nicht. Über Werte wie Watch Time oder Retention ließ sich das Absprungverhalten bereits indirekt einschätzen. In Instagrams App Edits gab es ebenfalls ähnliche Daten zu Reels. Neu ist vor allem, dass Instagram Skip Rate und Share Rate nun direkter in den regulären Insights sichtbar macht.
Die Share Rate zeigt, wie oft ein Post oder Reel geteilt wird. Sie zeigt, welche Inhalte nicht nur angesehen, sondern auch aktiv weitergeleitet werden.
Zusätzlich überarbeitet Instagram die Darstellung der Insights. Wichtige Werte wie Views, erreichte Nutzer:innen, durchschnittliche Watch Time und neue Follows sollen zentraler angezeigt werden. So wird schneller sichtbar, welche Inhalte Aufmerksamkeit halten und geteilt werden.
Instagram testet AI Creator-Label für mehr Transparenz
Instagram testet ein neues AI Creator Label. Damit können sich Accounts kennzeichnen, die regelmäßig KI-generierte Inhalte veröffentlichen. Das Label soll Nutzer:innen schneller zeigen, wenn ein Profil stark mit KI-Content arbeitet.
Die Kennzeichnung erscheint in der Profil-Bio sowie im Feed, bei Reels und im Explore-Bereich. So wird sichtbar, ob Inhalte von einem Account stammen, der sich selbst als AI-Creator einordnet.
Das neue Label ergänzt die bereits bekannte „AI Info“-Kennzeichnung. Während AI Info einzelne Beiträge markiert, bezieht sich das AI Creator-Label auf den Account. Wenn ein Beitrag bereits eine AI Info-Kennzeichnung hat, wird diese weiterhin vorrangig angezeigt.
Laut Instagram hat das Label keinen Einfluss auf Reichweite oder Ausspielung. Inhalte werden durch die Kennzeichnung also nicht schlechter oder besser ausgespielt.
Aktuell befindet sich die Funktion noch im Test und ist nicht für alle Accounts verfügbar. Wer Zugriff hat, kann das Label über die Profilbearbeitung aktivieren.
Für Creator und Marken ist das vor allem dann relevant, wenn sie regelmäßig KI-generierte Bilder, Videos oder Texte posten. Die Kennzeichnung kann helfen, Erwartungen klarer zu setzen und transparenter mit der Community zu kommunizieren.
Instagram testet Story Editing und neue Funktionen für Edits
Instagram arbeitet offenbar an neuen Funktionen für Storys und Direktnachrichten. Dazu gehört die Möglichkeit, Storys nach dem Veröffentlichen noch zu bearbeiten. Außerdem testet Instagram neue Schriften für Chats.
Künftig könnten Storys also auch nach dem Posten noch angepasst werden. Der Haken: Mit jeder Änderung soll die ursprüngliche Version gelöscht werden, inklusive Likes, Reaktionen und Antworten. Für Creator mit großer Reichweite kann das zum Problem werden, wenn eine Story bereits stark performt. Für Brands mit strengen Markenrichtlinien wäre das Feature dagegen praktisch, weil Storys nicht mehr komplett gelöscht und neu gepostet werden müssten, sondern sich schneller korrigieren lassen.
Parallel testet Instagram neue Chat-Schriften. Damit könnten nicht nur Inhalte, sondern auch die Textansprache in Direktnachrichten stärker angepasst werden, abgestimmt auf Creator oder Brand-DNA. Das ist relevant, weil Markenkommunikation immer häufiger direkt im Chat stattfindet, etwa im Customer Support, im Community Management oder bei Creator-Kooperationen.
Die Features sind bislang nicht offiziell bestätigt.
Parallel hat Instagram auch die App Edits erweitert. Neu sind unter anderem gespeicherte Effekte und Farblooks, mehr Textoptionen sowie ein neuer Euphoria-Filter. Außerdem können in ausgewählten Ländern Clips direkt im Tool generiert werden. Auf Android gibt es zusätzlich Beta-Optionen, darunter das Tool Versions zum Erstellen mehrerer Schnittvarianten.
Damit baut Instagram Edits weiter als Produktions-App für Creator aus. Die neuen Funktionen helfen dabei, Inhalte schneller zu erstellen, Looks wiederzuverwenden und verschiedene Varianten einfacher zu testen.
Instagram testet eigene Captions für Karussell-Slides
Instagram testet eine neue Funktion für Karussellbeiträge. Künftig könnten einzelne Bilder oder Videos in einem Karussell jeweils eine eigene Caption bekommen.
Bisher gibt es für einen Karussellpost nur eine gemeinsame Caption. Mit der neuen Funktion könnten Creator und Marken Informationen direkt passend zur jeweiligen Slide ergänzen. Das wäre vor allem bei Tutorials, Vorher-Nachher-Formaten, Infografiken oder Produkt-Posts hilfreich.
Nutzer:innen müssten dann nicht mehr zwischen Bild und langer Caption hin und her wechseln. Stattdessen könnten Kontext, kurze Erklärungen, Produktdetails oder Call-to-Actions direkt zur passenden Slide angezeigt werden. Das könnte Karussellbeiträge übersichtlicher machen und die Verweildauer erhöhen.
Die Funktion ist aktuell nur für ausgewählte Accounts verfügbar. Instagram selbst hat den Test bislang nicht offiziell angekündigt.
Meta arbeitet an Hatch, KI-Shopping und Muse Spark
Meta arbeitet an neuen KI-Funktionen für Instagram und weitere eigene Plattformen. Im Mittelpunkt stehen zwei Entwicklungen: ein allgemeiner KI-Assistent mit dem Codenamen „Hatch“, ein separates KI-Shopping-Tool für Instagram sowie Muse Spark.
Hatch soll wie ein digitaler Assistent funktionieren, der Aufgaben nicht nur beantwortet, sondern selbst ausführt. Statt nur eine Frage zu stellen und eine Antwort zu bekommen, könnten Nutzer:innen der KI zum Beispiel eine Recherche, einen Vergleich oder eine Zusammenfassung übertragen. Denkbar wäre etwa: „Finde mir passende Geschenkideen“, „Vergleiche diese Produkte“ oder „Fasse mir Informationen zu einem Thema zusammen“.
Parallel arbeitet Meta an einem KI-Shopping-Tool für Instagram. Dabei geht es darum, Produkte aus Reels heraus besser auffindbar zu machen. Wenn Nutzer:innen dort zum Beispiel Kleidung, Möbel oder Kosmetik sehen, könnte die KI künftig passende Produkte suchen, vergleichen oder den Kauf vorbereiten.
Außerdem hat Meta ein neues KI-Modell „Muse Spark“ im April vorgestellt. Es ist bereits in der Meta AI App und auf der Meta AI Website verfügbar. In den kommenden Wochen soll es auch in WhatsApp, Instagram, Facebook, Messenger und auf den Meta AI Glasses eingesetzt werden. Das Modell soll Anfragen besser verstehen, Informationen verarbeiten und passendere Empfehlungen liefern.
Für Nutzer:innen würde das bedeuten: Sie müssten ein Produkt nicht mehr selbst suchen, wenn sie es in einem Video entdecken. Die KI könnte helfen, ähnliche Produkte zu finden, Preise zu vergleichen oder passende Optionen vorzuschlagen.
Die Funktionen sind bislang nicht offiziell für alle angekündigt.
KI-Information: Die im Thumbnail verwendeten Bilder wurden teilweise mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt und dienen ausschließlich der visuellen Illustration. Sie stellen keine realen Personen, Orte oder Ereignisse dar.