
LinkedIn passt sein Ranking-System an und geht stärker gegen Engagement-Bait vor. Facebook setzt mehr Fokus auf originalen Content und baut gleichzeitig neue Monetarisierungsoptionen für Creator aus. Hier sind die wichtigsten Entwicklungen im Überblick.
1. LinkedIn stellt Ranking-System um und geht gegen Engagement-Bait vor
LinkedIn passt sein Ranking-System an: Künftig sollen Inhalte stärker nach Relevanz statt nach reiner Popularität ausgespielt werden. Das Ziel besteht darin, Nutzer:innen häufiger Beiträge anzuzeigen, die tatsächlich zu ihren Interessen passen.
Im Fokus stehen dabei Inhalte, die gezielt auf Interaktionen abzielen, ohne echten Mehrwert zu bieten. Dazu gehören Beiträge, die Nutzer:innen direkt zu Kommentaren auffordern, etwa mit Formulierungen wie „Schreib ‚Ja‘ in die Kommentare“ oder „Stimm zu, wenn du das auch so siehst“. Auch sich wiederholende Inhalte oder immer gleiche Karrieretipps sollen künftig seltener im Feed erscheinen.
Hinter der Änderung steht ein neues, KI-gestütztes Empfehlungssystem. Dieses analysiert nicht nur klassische Interaktionen wie Likes oder Kommentare, sondern auch das Verhalten über längere Zeiträume. Dazu zählen unter anderem gelesene Beiträge oder Inhalte, an denen Nutzer:innen ohne Interaktion vorbeiscrollen.
Zusätzlich berücksichtigt das System thematische Zusammenhänge. Wer sich regelmäßig mit bestimmten Themen beschäftigt, kann künftig auch verwandte Inhalte sehen, selbst wenn diese nicht direkt aus dem eigenen Netzwerk stammen.
Ergänzend testet LinkedIn eine neue Einstiegsfunktion. Neue Nutzer:innen können ihre Interessen bereits bei der Registrierung auswählen. Mithilfe dieser Angaben kann der Feed von Anfang an besser personalisiert werden, auch ohne vorhandene Interaktionsdaten.
Die Änderungen am Ranking-System werden bereits umgesetzt und betreffen den Feed schrittweise. Die Auswahl von Interessen beim Sign-up befindet sich aktuell im Test und ist noch nicht für alle Nutzer:innen verfügbar.
2. Facebook will Original Content stärker belohnen
Facebook passt seine Plattform weiter an, um originale Inhalte zu fördern und kopierte Beiträge zurückzudrängen. Das Ziel besteht darin, Creator:innen mehr Reichweite und bessere Monetarisierungsmöglichkeiten zu bieten, wenn sie eigene Inhalte veröffentlichen.
Künftig werden vor allem Inhalte bevorzugt ausgespielt, die tatsächlich von den jeweiligen Accounts selbst erstellt wurden. Beiträge, die lediglich kopiert, leicht verändert oder ohne eigenen Mehrwert erneut hochgeladen werden, sollen dagegen deutlich weniger Sichtbarkeit erhalten.
Facebook hat dafür seine Richtlinien konkretisiert. Inhalte gelten als original, wenn sie selbst produziert wurden oder einen klaren eigenen Mehrwert bieten. Dazu zählen etwa neue Informationen, eigene Einschätzungen oder kreative Weiterentwicklungen bestehender Inhalte. Reine Reaktionen, einfache Zusammenschnitte oder minimale Anpassungen wie Untertitel, Rahmen oder Geschwindigkeitsänderungen reichen dafür nicht aus und werden im Feed seltener angezeigt.
Wenn Inhalte dauerhaft als nicht originell eingestuft werden, kann das nicht nur die Reichweite reduzieren. In solchen Fällen kann ein Account auch von Empfehlungen oder der Monetarisierung ausgeschlossen werden.
Diese Änderungen zeigen bereits Wirkung. Laut Facebook haben sich die Aufrufe und die Wiedergabezeit von originalen Reels im zweiten Halbjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr etwa verdoppelt. Gleichzeitig steigen die Einnahmemöglichkeiten für Creator:innen, deren Inhalte als originell eingestuft werden.
Zusätzlich geht Facebook stärker gegen Fake-Accounts und Nachahmer:innen vor. So wurden im Jahr 2025 über 20 Millionen Accounts entfernt, die sich als bekannte Creator:innen ausgegeben haben. Gleichzeitig sind entsprechende Meldungen deutlich zurückgegangen.
Um Creator:innen besser zu schützen, testet Facebook Erweiterungen seines Content-Protection-Tools. Dieses Tool erkennt nicht nur kopierte Inhalte, sondern soll künftig auch mögliche Fake-Accounts schneller identifizieren. Gleichzeitig wird die Meldung solcher Fälle vereinfacht, sodass Creator:innen verdächtige Inhalte oder Profile zentral an einem Ort melden können.
Die überarbeiteten Richtlinien für originale Inhalte sind bereits aktiv. Die erweiterten Schutzfunktionen werden aktuell getestet und schrittweise für mehr Creator:innen bereitgestellt.
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3. Facebook erweitert Affiliate-Programm und stärkt Creator-Monetarisierung
Facebook erweitert sein Affiliate-Programm und erweitert damit die Monetarisierungsoptionen für Creator.
Im Mittelpunkt steht ein neues Self-Service-System, mit dem Creator Produkte direkt auswählen und in ihre Inhalte integrieren können. Insbesondere in Reels lassen sich diese Affiliate-Links einbauen, sodass die Produkte direkt im Content platziert werden.
Die Auswahl erfolgt im Professional Dashboard im Bereich „Monetarisierung“ > „Affiliate Partnerships“. Dort können Creator aus einer Vielzahl von Produkten und Marken wählen, die zu ihren Inhalten passen. Aktuell umfasst das Angebot Tausende Produkte, unter anderem von großen Plattformen wie Amazon oder Shopee.
Wenn über diese Inhalte Verkäufe entstehen, erhalten Creator eine Provision vom jeweiligen Unternehmen. Inhalte mit Affiliate-Links gelten als bezahlte Inhalte und müssen entsprechend gekennzeichnet werden, auch wenn kein konkreter Business-Partner markiert wird.
Für Marken bietet das Modell die Möglichkeit, ihre Produkte gezielt über Creator zu platzieren. Gleichzeitig behalten sie die Kontrolle und können Affiliate-Verknüpfungen wieder entfernen, wenn diese nicht zur eigenen Strategie passen.
Diese Funktion ist derzeit nur für ausgewählte Creator:innen mit Zugriff auf das Professional-Programm verfügbar.
Hier geht es zur Anleitung.
4. Facebook startet Creator Fast Track und zahlt Geld fürs Posten von Reels
Facebook möchte mehr Creator auf die Plattform bringen und setzt dafür auf direkte finanzielle Anreize. Im Rahmen des Programms „Creator Fast Track“ können ausgewählte Creator durch die Veröffentlichung von Inhalten auf Facebook monatlich Geld verdienen.
Das Programm läuft über drei Monate. In dieser Zeit erhalten die Creator feste monatliche Zahlungen, sofern sie regelmäßig Reels posten. Voraussetzung ist, dass die Inhalte originär sind und noch nicht auf Facebook veröffentlicht wurden.
Die Höhe der Auszahlung richtet sich nach der Reichweite der Creator auf anderen Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube. Creator mit über 100.000 Followern können 1.000 US-Dollar pro Monat verdienen, ab einer Million Follower sind bis zu 3.000 US-Dollar monatlich möglich. Auch kleinere Creator mit mindestens 20.000 Followern können teilnehmen und erhalten abgestufte Beträge.
Um die Auszahlung zu erhalten, müssen pro Monat mindestens 15 Reels veröffentlicht werden. Diese müssen an mehreren Tagen gepostet und öffentlich sichtbar sein. Eine Mindestanzahl an Aufrufen auf Facebook ist nicht erforderlich.
Zusätzlich erhalten teilnehmende Creator sofort Zugriff auf die Monetarisierungsfunktionen von Facebook. Das bedeutet, dass sie neben der festen Auszahlung weitere Einnahmen über die Performance ihrer Inhalte generieren können. Diese Monetarisierung bleibt auch nach dem Ende des Programms bestehen.
Ein weiterer Vorteil ist die größere Reichweite. Die Inhalte der Teilnehmer werden verstärkt ausgespielt, wodurch sie schneller neue Follower gewinnen können.
Das Programm richtet sich vor allem an Creator, die bisher nicht aktiv auf Facebook sind oder die Plattform neu nutzen möchten. Voraussetzung für die Bewerbung ist unter anderem, dass in den letzten sechs Monaten keine Reels auf Facebook veröffentlicht wurden.
„Creator Fast Track“ ist aktuell nicht für alle verfügbar. Bewerben können sich derzeit nur Creator mit Wohnsitz in den USA oder Kanada. Zusätzlich müssen sie mindestens 18 Jahre alt sein und bestimmte Mindestanforderungen bei Followerzahlen und Videoaufrufen erfüllen. Die Teilnahme erfolgt nach Bewerbung oder Einladung durch Meta.
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