Meta führt zusätzliche Gebühren für Anzeigen in mehreren Ländern ein. YouTube bringt Direct Messages wieder nach Deutschland. Instagram testet Änderungen im Feed und erweitert seine Edit-App um neue Reels-Funktionen. Zudem ergänzt Adobe Photoshop und Firefly um neue KI-Werkzeuge für die Bildbearbeitung. Hier sind die wichtigsten Entwicklungen im Überblick.

1. Meta erhöht Werbekosten in mehreren Ländern

Meta führt für Anzeigen, die in bestimmten Ländern ausgespielt werden, neue Zusatzgebühren ein. Hintergrund sind die sogenannten Digital Services Taxes, also digitale Steuern, die einige Staaten auf große Tech-Unternehmen erheben.

Bislang hat Meta diese zusätzlichen Kosten selbst getragen. Künftig werden sie jedoch direkt an Werbetreibende weitergegeben. Dafür führt das Unternehmen sogenannte „Location Fees“ ein, die zusätzlich zum normalen Anzeigenbudget berechnet werden.

Die Höhe der Gebühr richtet sich danach, in welchem Land die Anzeige ausgespielt wird, nicht danach, wo das Unternehmen sitzt. Wer also beispielsweise Anzeigen für Nutzer:innen in Frankreich schaltet, muss die dortige Zusatzgebühr zahlen, auch wenn das Unternehmen in einem anderen Land sitzt.

Betroffen sind derzeit sechs Länder. Dort werden unterschiedliche Zuschläge auf den Anzeigenpreis erhoben:
▶️ Österreich: 5 Prozent
▶️ Frankreich: 3 Prozent
▶️ Italien: 3 Prozent
▶️ Spanien: 3 Prozent
▶️ Türkei: 5 Prozent
▶️ Vereinigtes Königreich: 2 Prozent

In der Praxis bedeutet das zum Beispiel: Wenn eine Kampagne Anzeigen im Wert von 100 Dollar in Italien ausliefert, werden zusätzlich 3 Dollar als Location Fee berechnet. Diese Gebühr erscheint separat auf der Rechnung und wird nicht vom festgelegten Kampagnenbudget abgezogen.

Die neuen Kosten gelten für alle Anzeigenformate, also sowohl für Bild- als auch für Videoanzeigen auf Facebook und Instagram. Auch Kampagnen wie Click-to-WhatsApp-Ads können davon betroffen sein.


Was bedeutet das für Deutschland?


Für Werbetreibende in Deutschland hat diese Änderung zunächst keine direkten Auswirkungen. Die neuen Location Fees gelten nur für Anzeigen, die in Ländern ausgespielt werden, in denen eine entsprechende Digitalsteuer erhoben wird.

Wer also ausschließlich Anzeigen für Nutzer:innen in Deutschland schaltet, muss aktuell keine zusätzlichen Gebühren einplanen.

Die Einführung der Location Fees ist für den 1. Juli 2026 geplant und wird voraussichtlich schrittweise in den Abrechnungen der Werbekonten sichtbar werden.

Mehr Informationen gibt es hier.

2. YouTube testet Direct Messages jetzt auch in Deutschland

YouTube testet erneut die Funktion, Videos über private Nachrichten zu teilen, und hat diesen Test nun auf weitere europäische Länder, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz, ausgeweitet. Die Funktion befindet sich noch immer in der Testphase und ist nicht für alle Nutzer:innen verfügbar.

Nutzer:innen können Videos innerhalb der Plattform an andere Personen senden und kurze Nachrichten hinzufügen. So lassen sich Inhalte direkt auf YouTube weiterleiten und gemeinsam besprechen, ohne dass externe Messenger genutzt werden müssen.

Die Funktion richtet sich vor allem an kleinere Gruppen und private Gespräche. Für Creator:innen kann dies zu zusätzlicher Reichweite führen, wenn Videos häufiger über persönliche Empfehlungen weitergeleitet werden.

Die Direct-Messages-Funktion gab es bereits früher auf der Plattform. YouTube führte sie 2017 ein, entfernte sie jedoch 2019 wieder, um öffentliche Diskussionen unter Videos zu fördern.

Im Herbst 2025 startete YouTube einen ersten begrenzten Test der neuen Direct Messages. Zunächst konnten nur eingeloggte Nutzer:innen über 18 Jahren in wenigen Ländern Inhalte privat teilen und darüber chatten.

Die Direct Messages stehen außerdem nicht für sogenannte Brand Accounts, also für YouTube-Konten, die von Unternehmen oder Teams verwaltet werden, zur Verfügung.

Hier erfahrt ihr mehr.

3. Instagram testet das Ausblenden von Activity Bubbles im Feed und bei Reels

Instagram testet eine neue Funktion, mit der sich die sogenannten Activity Bubbles im Feed und bei Reels ausblenden lassen. Diese kleinen Hinweise zeigen normalerweise an, wenn Freund:innen einen Beitrag geliked, gerepostet oder kommentiert haben.

Die Activity Bubbles erscheinen direkt über Beiträgen oder Reels und zeigen Nutzer:innen, welche Inhalte im eigenen Netzwerk gerade Aufmerksamkeit bekommen. Dadurch können Beiträge, die im Freundeskreis bereits Interaktionen ausgelöst haben, schneller entdeckt werden.

Im Test können Nutzer:innen diese Hinweise jedoch deaktivieren. Wer die Funktion nutzt, sieht die Activity Bubbles dann nicht mehr im Feed oder bei Reels. Das sorgt für eine aufgeräumtere Darstellung und reduziert gleichzeitig den sozialen Einfluss darauf, welche Inhalte wahrgenommen werden.

Der Test ist Teil der fortlaufenden Anpassungen von Instagram im Feed. Die Plattform experimentiert regelmäßig mit verschiedenen Elementen, um das Nutzererlebnis zu verändern und die Darstellung von Inhalten zu optimieren.

Für Creator:innen und Marken könnte dies langfristig Auswirkungen darauf haben, wie Inhalte entdeckt werden. Wenn Activity Bubbles seltener sichtbar sind, könnten persönliche Interaktionen weniger Einfluss auf die Verbreitung von Beiträgen im direkten Umfeld haben.

Die Funktion befindet sich derzeit im Test und ist noch nicht global verfügbar. Zunächst testet Instagram sie mit einer kleineren Gruppe von Nutzer:innen.

4. Instagram erweitert die Edits-App um neue Effekte, Caption-Highlights und einen verbesserten Ideas-Tab

Instagram erweitert seine Videobearbeitungs-App „Edits“ um mehrere neue Funktionen zur Erstellung von Reels. Eine dieser neuen Funktionen ist „Freeze Frame“. Damit können einzelne Frames in einem Video eingefroren werden. Diese Funktion kann genutzt werden, um Übergänge zu gestalten, bestimmte Momente hervorzuheben oder das Storytelling im Video zu verstärken.

Zusätzlich führt Instagram Sound Effects innerhalb der Edits-App ein. Nutzer:innen können passende Soundeffekte direkt in der App suchen und auswählen. Dafür gibt es eine eigene Übersicht mit Empfehlungen und Kategorien, über die sich passende Sounds schneller finden lassen.

Eine weitere Neuerung ist der Teleprompter für Voiceovers. Beim Aufnehmen eines Voiceovers kann ein Skript direkt auf dem Bildschirm angezeigt werden. Dadurch können Creator:innen ihren Text während der Aufnahme lesen und das Voice-over einfacher und flüssiger einsprechen.

Die Funktionen „Sound Effects“ und „Voice-over Teleprompter“ sind aktuell nur für iOS verfügbar.

5. Adobe erweitert Photoshop und Firefly um neue KI-Funktionen für die Bildbearbeitung

Adobe ergänzt seine Kreativtools um neue KI-Funktionen für die Bildbearbeitung. Neu ist ein KI-Assistent in Photoshop, mit dem Nutzer:innen Änderungen an Bildern über einfache Texteingaben steuern können. So lassen sich beispielsweise störende Objekte entfernen, Hintergründe austauschen, Farben anpassen oder die Beleuchtung optimieren. In der mobilen Version können Anpassungen auch per Sprache angefordert werden.

Der KI-Assistent ist derzeit als öffentliche Beta für Photoshop Web und mobile Geräte verfügbar. Zusätzlich führt Adobe in Photoshop Web die Funktion AI Markup ein. Damit können Nutzer:innen direkt im Bild markieren, welche Bereiche verändert werden sollen, und anschließend einen Prompt hinzufügen, um gezielt Inhalte zu ersetzen oder zu ergänzen.

Auch der Firefly Image Editor erhält neue KI-Werkzeuge. Dazu gehören Generative Fill zum Hinzufügen oder Ersetzen von Bildinhalten, Generative Remove zum Entfernen von Objekten, Generative Expand zum Anpassen von Bildern an neue Formate sowie Funktionen zum Hochskalieren von Bildern und zum automatischen Entfernen von Hintergründen.

Im Firefly Image Editor können Nutzer:innen außerdem aus mehr als 25 KI-Modellen wählen, darunter Modelle von Adobe sowie Systeme anderer Anbieter. Die neuen Funktionen sind ab sofort im Firefly Image Editor verfügbar.

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KI-Information: Die im Thumbnail verwendeten Bilder wurden teilweise mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt und dienen ausschließlich der visuellen Illustration. Sie stellen keine realen Personen, Orte oder Ereignisse dar.