
Instagram testet eine neue „Friends“-Zahl auf Profilen, TikTok erweitert Smart+ im Ads Manager, Threads führt mit „Dear Algo“ eine temporäre Feed-Anpassung ein, Instagram verbessert Edits, Facebook ergänzt Meta AI um neue Kreativtools und Google integriert mit Lyria 3 eine KI-Musikfunktion in Gemini. Hier sind die wichtigsten Neuerungen im Überblick.
1. Instagram testet neue „Friends“-Zahl im Profil
Im Rahmen eines kleinen globalen Tests sehen derzeit einige Instagram-Creator eine neue Kennzahl auf ihrem Profil. Neben der Follower-Zahl und der Beitragsanzahl wird an der Stelle, an der normalerweise die Following-Zahl angezeigt wird, eine „Friends“-Zahl eingeblendet.
Die Following-Zahl zeigt an, wie vielen Accounts ein Nutzer folgt. Die neue „Friends“-Zahl funktioniert anders. Sie zählt nur Accounts, denen man folgt und die einem auch zurückfolgen. Es handelt sich also um gegenseitige Verbindungen. Da nicht jeder gefolgte Account automatisch zurückfolgt, dürfte die „Friends“-Zahl in vielen Fällen niedriger ausfallen als die bisherige „Following“-Zahl. Gleichzeitig wird dadurch sichtbar, welche der gefolgten Accounts tatsächlich eine wechselseitige Verbindung darstellen.
2. Edits bekommt Speed Feature und neue Fonts
Instagram erweitert sein Videobearbeitungstool „Edits“ um neue Funktionen. Im Mittelpunkt steht eine neue Geschwindigkeitsfunktion, mit der sich Clips direkt in der App deutlich schneller abspielen lassen. Videos können stark beschleunigt werden, was vor allem für dynamische Schnitte, Trendformate oder Zeitraffer-Effekte interessant ist. Externe Schnitt-Apps sind dafür nicht mehr zwingend nötig.
Zusätzlich wurden neue Schriftarten integriert. Zunächst sind neue koreanische Fonts verfügbar, weitere Sprachen sollen folgen. Anlässlich saisonaler Anlässe werden zudem thematische Schriftstile und Soundeffekte ergänzt, sodass Reels schneller an Trends oder Events angepasst werden können.
Bereits zuvor hatte Instagram die Bearbeitungsfunktionen um praktische Features erweitert. Mit der Copy-and-Paste-Funktion lassen sich Bearbeitungen von einem Clip auf andere Spuren übertragen. Das spart Zeit bei wiederkehrenden Schnitten oder Formatierungen. Außerdem wurden die Insights ausgebaut, sodass Reels direkt verglichen, Leistungsdaten analysiert und Kommentare mithilfe von KI ausgewertet werden können.
3. TikTok erweitert Smart+ mit Automatisierung im Ads Manager
Smart+ ist eine KI-gestützte Kampagnenoption im TikTok Ads Manager. Bei der Erstellung einer neuen Kampagne kann Smart+ als Kampagnentyp ausgewählt werden. Das System übernimmt dann automatisch zentrale Aufgaben wie die Zielgruppenauswahl, die Budgetverteilung und die laufende Optimierung der Ausspielung.
Innerhalb von Smart+ läuft die Funktion „Auto-select“ im Hintergrund. Die Funktion analysiert bestehende Anzeigen und bereits verwendete Videos und erkennt, welche Inhalte besonders gut performen. Diese Varianten werden bevorzugt ausgespielt. Eine separate Aktivierung ist nicht erforderlich.
Außerdem gibt es eine neue Vorschaufunktion. Diese zeigt vor dem Kampagnenstart, wie die verschiedenen Anzeigenbestandteile miteinander kombiniert wirken. So lassen sich die Inhalte prüfen, bevor sie live gehen.
Zusätzlich können mehrere Anzeigen gleichzeitig bearbeitet und Kampagnen als Entwurf gespeichert werden. Mithilfe automatischer Leistungsregeln können klare Schwellenwerte festgelegt werden, etwa für Kosten oder Klickrate. Wird ein definierter Wert erreicht, reagiert das System selbstständig, beispielsweise indem eine Anzeige pausiert oder das Budget angepasst wird.
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4. Threads „Dear Algo”: Temporäre Feed-Steuerung per Post
Meta rollt die neue Funktion „Dear Algo“ auf Threads aus. Das KI-gestützte Feature erlaubt es Nutzer:innen, ihren Feed kurzfristig an ihre aktuellen Interessen anzupassen.
Die Nutzung ist einfach: In einem öffentlichen Thread wird „Dear Algo“, gefolgt von der gewünschten Anpassung, geschrieben. Beispiel: „Dear Algo, show me more posts about podcasts.“ Daraufhin passt Threads den algorithmischen Feed entsprechend an.
Die Anpassung gilt für drei Tage. In diesem Zeitraum werden Inhalte passend zur formulierten Anfrage priorisiert. Danach greift wieder das reguläre Rankingsystem. Zusätzlich können Nutzer:innen „Dear Algo“-Posts anderer Personen reposten und damit deren Inhaltspräferenzen für den eigenen Feed übernehmen.
Das Ziel dieses Features ist es, schneller auf situative Interessen reagieren zu können, beispielsweise bei Live-Events, Sportspielen oder aktuellen Trends. Anstatt das Profil dauerhaft umzubauen, wird der Feed temporär neu gewichtet.
„Dear Algo“ ist aktuell in den USA, Neuseeland, Australien und dem Vereinigten Königreich verfügbar. Weitere Länder sollen folgen.
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5. Facebook erhält neue Meta AI-Kreativfunktionen
Meta führt neue, KI-gestützte Funktionen auf Facebook ein. Damit können Nutzer:innen eigene Profilbilder animieren, Bilder in Storys und Memories visuell verändern sowie Text-Posts mit animierten Hintergründen versehen.
Mit der Funktion „Restyle“ können Fotos in Storys und Memories optisch verändert werden. Nutzer:innen können entweder aus vorgegebenen Stilrichtungen wählen oder per Texteingabe über Meta AI eigene Anpassungen vornehmen. Dabei lassen sich unter anderem Stil, Stimmung, Licht, Farben oder Hintergründe verändern. Zusätzlich werden in Storys passende Restyle-Vorschläge für Memories angezeigt.
Auch Text-Posts im Feed erhalten neue Gestaltungsmöglichkeiten. Beim Erstellen eines Beitrags kann über das Regenbogen-„A“-Symbol ein statischer oder animierter Hintergrund ausgewählt werden, beispielsweise fallende Blätter oder Meereswellen. Künftig sollen saisonale Hintergründe hinzukommen.
Die neuen Funktionen werden schrittweise ausgerollt.
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6. Google Gemini integriert KI-Musikgenerator Lyria 3
Google erweitert Gemini im Web und in der App um die Musikgenerierung mit Lyria 3. Das KI-Modell erstellt aus Text- oder Bildprompts eigenständige, 30 Sekunden lange Musiktitel mit Instrumenten, Gesang und Songtext.
Nutzer können eine Stimmung, ein Genre, eine Epoche oder eine konkrete Situation beschreiben und daraus einen individuellen Soundtrack erzeugen lassen. Auch Fotos oder Videos lassen sich mit einem Prompt kombinieren. Gemini erstellt daraus einen passenden Song mit Text, der den Moment musikalisch aufgreift.
Die generierten Tracks sind auf 30 Sekunden ausgelegt und können verschiedene Stilrichtungen mischen. So lassen sich etwa nostalgische 8-Bit-Sounds, Meditationsmusik oder thematische Songs für bestimmte Anlässe erstellen.
Für den Einstieg steht eine Vorlagengalerie bereit. Dort können Nutzer eine Vorlage auswählen und mit eigenen Details anpassen. Gemini generiert daraufhin einen personalisierten Track auf Basis dieser Vorgaben.
Lyria 3 wird ab sofort als Beta in der Desktop-Version von Gemini ausgerollt. Die Veröffentlichung in der mobilen Gemini-App folgt in den nächsten Tagen. Die Funktion soll weltweit für alle Nutzer verfügbar sein.
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